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Der alte Patient

Senioren haben besondere Bedürfnisse

Wenn unsere Hunde oder Katzen älter werden, ergeben sich mitunter eine Reihe von Problemen, die eine Anpassung im täglichen Umgang erforderlich machen.

Für Tierhalter ist vor allem wichtig, altersbedingte Erkrankungen und Beschwerden möglichst frühzeitig zu erkennen. Dann können wir schnell eingreifen und somit oft mit einfachen Mitteln eine Verbesserung erzielen. 
 

Regelmäßige Checks 

Besitzer nehmen häufig langsame Verläufe im Alltag nicht so schnell wahr wie der Tierarzt, der ein Tier nur ein oder zwei Mal im Jahr vorgestellt bekommt. Veränderungen des Körperbaus, im Fress-/Trinkverhalten, im Bewegungsablauf oder im Verhalten sind wichtige Kriterien, die Sie als Tierbesitzer möglichst genau erkennen und schildern sollten. Machen Sie Fotos oder Videos, anhand derer wir Situationen einschätzen können, die nicht alltäglich vorkommen. Eine jährliche Blut-/Urinuntersuchung (ggf. auch häufiger bei chronisch verlaufenden Erkrankungen) und Gewichtskontrolle geben erste Hinweise, wenn etwas nicht in Ordnung ist. 


Nur selten stimmt der Satz: „Na ja, der wird halt alt.“

Alter an sich ist keine Krankheit, sondern im Alter kommt es häufiger zu Erkrankungen. Marode Gebisse, alternde Knochen und hormonelle Veränderungen wie Schilddrüsen-problematiken sind ganz vorne zu nennen. Je früher man geeignete Maßnahmen dagegen ergreift, desto harmloser sind diese anfangs oft.

Eine Zahnreinigung mit Politur ist ein wichtiger Punkt zum Beitrag einer stabilen Gesundheit. Eine solche Zahnsanierung dauert – korrekt durchgeführt – mindestens eine Stunde. Natürlich geht das nur unter einer Sedation oder leichten Narkose. Außerdem können die einzelnen Zähne nur bei einem schlafenden Hund genau untersucht werden. Sollte dabei ein kaputter Zahn auffallen, würde dieser auch gleich mit behandelt werden. Je früher man eine solche Zahnreinigung vornimmt, desto besser können die Zähne geschützt und möglichst lange erhalten werden.

Gibt es altersbedingte Erkrankungen des Bewegungsapparates, so sind diese meist chronisch verlaufend und fortschreitend. Wenn die alten Knochen weh tun, meidet das Tier die Bewegung oder bewegt sich unphysiologisch. So entstehen wiederum sekundäre Folgen wie Muskelverspannungen oder Muskelabbau, was seinerseits dann wieder zu einer verschlechterten Bewegung führt. So entsteht ein Teufelskreis, der bei Fortschreiten nur mit massiven Maßnahmen und Medikamenten wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen ist. 

Eine frühzeitige Intervention hingegen kann Medikamentengabe lange Zeit vermeiden. Physiotherapeutische Maßnahmen sind dabei sehr hilfreich. Sollten Medikamente trotzdem nötig werden, ist es oft besser, diese ausreichend lange zu verabreichen, damit eine zufriedenstellende Situation für das Tier geschaffen werden kann. Die Nebenwirkungen solcher langfristigen medikamentösen Therapien sind oft vertretbar, ein weitgehend schmerzfreies Leben im Alter ist für unsere tierischen Patienten weitaus wichtiger.

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